Interview mit Doglas Preston & Lincoln Child (USA)


































Hallo Douglas, hallo Lincoln. Vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt ein paar Fragen von Elements of Crime zu beantworten.
Douglas, Dein Bruder Richard ist auch ein bekannter Schriftsteller. War das auch ein Grund für Dich, eine Kariere als Autor zu beginnen und die Arbeit im Museum zu beenden?
Ich wollte auch schon immer schreiben. Nachdem mein erstes Buch veröffentlicht wurde, " Dinosaurs in the Attic ", hatte ich genug Geld um ein Jahr ohne Arbeit zu leben. Also habe ich meinen Job gekündigt, zog von New York City nach Santa Fe und schrieb ein Jahr lang. Es hat tatsächlich sieben Jahre gedauert, bevor ich in der Lage war, vom Schreiben leben zu können.
Wie kam es zur ersten Begegnung zwischen Dir und Lincoln, wie habt Ihr euch kennengelernt?
Ich schrieb eine Kolumne in der Zeitschrift "Natural History", die vom American Museum of Natural History in New York herausgegeben wurde, in dem ich gearbeitet habe. Ein Redakteur von St. Martin's Press, der die Kolumne gelesen hatte , rief mich an und fragte, ob ich eine Geschichte über das Museum schreiben möchte. Ich sagte ja - und das war mein erstes Buch, "Dinosaurs in the Attic". Nachdem das Buch veröffentlicht wurde, gab ich dem Herausgeber eine Führung durch das Museum - um Mitternacht. Ich zeigte ihm die besten Bereiche im Museum, für die ich eine Berechtigung hatte - den Lagerraum mit den Dinosaurierknochen, die Sammlung von 30.000 Ratten in Dosen von Alkohol, Augäpfel der Wal-Sammlung, den erhaltenen Magen eines Mastodon (ausgestorbene Rüsseltiere) mit seiner letzten Mahlzeit im Inneren und viele andere ungewöhnliche Dinge.
Um 02.00 Uhr morgens kamen wir in die "Hall of Late Dinosaurs", in der nur die Notbeleuchtung brannte und sich die großen schwarzen bedrohlichen Skelette, in der Dunkelheit um uns herum abzeichneten. Der Redakteur drehte sich zu mir um und sagte: "Doug, das ist das gruseligste Gebäude auf der Welt. Lass uns einen Thriller schreiben, der hier spielt". Das war die Geburtsstunde von Relic. Der Herausgeber, wenn Du es noch nicht erraten hast, war Lincoln Child. Wir beide entdeckten und teilten die gleiche Art einer kranken und verdrehten Weltsicht. Und so begann unsere lange und fruchtbare Zusammenarbeit.
Wann wurde die Idee zu einer Serie mit Lieutenant Vincent d´Agosta und FBI-Agent Pendergast geboren?
In dem ersten Entwurf, mit den ersten Kapiteln von Relic, den ich Linc schickte, gab es keinen Agent Pendergast. Nur zwei Polizisten. Linc sagte zu mir: "Doug, diese beiden Cops sind groß, aber sie haben im wesentlichen den gleichen Charakter und wir brauchen einen Polizisten, der völlig anders ist, wie ein Fisch ohne Wasser". Also haben wir aus den beiden Polizisten einen gemacht und aus diesem Charakter wurde D'Agosta. Ich scherzte noch, dass wir vielleicht ein Albino FBI-Agenten aus New Orleans für den Polizisten benötigen. Aber irgendwie ist der Scherz Wirklichkeit geworden und Pendergast sprang voll ausgebildet aus unseren Köpfen, wie Athen aus der Stirn des Zeus. Natürlich ist er kein Albino, nur sehr blaß.
Wie funktioniert so eine Zusammenarbeit zwischen Dir und Lincoln, Ihr wohnt doch so weit voneinander entfernt, mehr als 500 Kilometer?
Zuerst besprechen wir das zentrale Thema, die Idee, die Wendung in den Mittelpunkt des Buches zu stellen.
In unserem aktuellen Buch dreht es sich um das Geheimnis von Pendergasts Frau, die vor zwölf Jahren in Afrika ermordet wurde. Wir schreiben eine Übersicht, dann nehmen wir jeder einen Plot und schreiben, tauschen unsere Arbeit untereinander aus und bearbeiten es. Natürlich macht es mich wütend, wenn Lincoln meine Arbeit bearbeitet und es macht ihn wütend, wenn ich seine Arbeit bearbeite. So geht es hin und her, solange bis uns der Verlag das Manuskript aus der Hand reißt. Am Ende ist es aber ein Prozess, der tatsächlich funktioniert.
Wenn Ihr an einem neuen Roman arbeitet, wer schreibt welchen Teil der Story und wer recherchiert? Wie teilt Ihr das auf?
Wir recherchieren und schreiben beide. Wir teilen die Dinge nach Vorliebe und Hintergrundwissen auf. Linc schreibt in der Regel über Computer, das Knacken von Codes und verdrehte Serienmörder. Ich bin der Experte für Physik, Paläontologie, Archäologie, Kosmologie, Museen und Reisen.
Douglas, Du hast einige Jahre im American Museum of Natural History gearbeitet. Wer das Buch *Relic* gelesen hat weiß, dass sehr viel Hintergrundwissen vorhanden war. War das der Grund für Euch *Relic* zu schreiben, Euer erstes gemeinsames Buch?
Ja, ich habe 8 Jahre in dem Museum gearbeitet und ich war ein Experte auf dem Gebiet. Das Museum war wie dafür gemacht, eine wunderbare Kulisse für einen Thriller.
Wie sieht die Zukunft bei Euch aus? Im Januar 2011 erscheint in Deutschland „ Fever - Schatten der Vergangenheit „ aus der Pendergast Reihe. Gibt es auch neue Solo Werke?
Wir haben eine große neue Serie herausgebracht. Das erste Buch heißt "Gideon’s Sword" und es verfügt über eine Reihe neuer Charaktere, namens Gideon Crew. Mehr kann ich nicht über sie verraten, außer, dass wir ein riesiges Geschäft mit Paramount Pictures gemacht haben. Die wollen einen Film über die Serie drehen und der sollte dann eines Tages auf der Leinwand zu sehen sein.
