Rezension: (Sean Costello / Der Cartoonist)

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Kurzbeschreibung:

Scott Bowman und zwei seiner Freunde werden in einen schrecklichen Unfall verwickelt. Ein Mädchen stirbt, doch da es keine Zeugen gibt, begraben sie die Tote und schwören, niemals wieder ein Wort über das Unglück zu verlieren. Sechzehn Jahre später: Aus Scott ist inzwischen ein respektierter, erfolgreicher Psychologe geworden. Doch die Vergangenheit holt ihn ein – in der harmlosen Gestalt eines alten, verrückten Zeichners, der in die Psychiatrie eingewiesen wird. Der Kranke scheint alles über den Arzt und den Tod des Mädchens zu wissen, denn seine schonungslosen Zeichnungen offenbaren das Unglück. Aber der Schrecken beginnt erst: Scott findet weitere Bilder des Patienten, Visionen voller Blut und Tot – und sie treten wirklich ein! Kann der Cartoonist in die Zukunft sehen? Formt er vielleicht die Zukunft? Als der monströse Wahnsinn des Cartoonisten sogar nach seiner Familie greift, handelt Scott.

Meine Rezension:

Der Cartoonist von Sean Costello, ist mit einer der besten Mystik- und Horror Romane, die ich bisher gelesen habe. Leider ist es bisher auch das einzige Werk, das von ihm ins Deutsche übersetzt wurde, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Nach einigen gelesenen Seiten, hatte es den Anschein, Costello wolle den Leser erst einmal in Sicherheit wiegen. Er lässt es sehr ruhig angehen und die Geschichte dümpelt leicht vor sich hin. Meines Erachtens waren das angeschlagene Tempo und der Spannungsbogen zu tief angesiedelt und ich hatte schon meine Zweifel, ob das noch was wird, ob sich hier noch etwas Packendes und Nervenaufreibendes entwickelt. Nur gut, dass ich nicht zu früh aufgegeben-, die Segel gestrichen habe und dranblieb. Denn circa ab Seite 100 nimmt die Story rasant an Fahrt auf. Vorbei ist es mit dem Bimmelbahn-Tempo und dem tiefer gelegten Spannungsbogen, denn von einem Moment auf den anderen, wird sie förmlich aus dem Winterschlaf katapultiert und drückt den Leser fest in seinen Sessel, den er so schnell auch nicht verlassen kann, denn Costello wirft einem die Story wie ein Gewicht in den Schoß. Die Geschichte ähnelt einer Achterbahnfahrt der Gefühle, in der man nur wenige Momente der Erholung hat, bevor es wieder steil hinab ins Grauen geht. Einfache Sätze, klare Angaben zu der Szenerie und den Figuren sorgen zusätzlich für ein hohes Lesetempo und so durchfliegt man die Story gemeinsam mit Scott Bowman, dem Hauptprotagonisten des Romans. Das was Scott erlebt, ist der Albtraum schlecht hin und keine Seele möchte mit ihm tauschen wollen, obwohl es am Anfang des Romans noch alles nach einer heilen Welt aussah, nach Familienglück und Geborgenheit. Wenn da nur nicht Scott seine Vergangenheit wäre, die ihn nach und nach auf grausamste und brutalste Weise einholt. Aber nicht nur ihn, sondern auch seine Frau und seine Tochter sind davon betroffen und werden vom Bösen nicht verschont. Sean Costello weiß genau, wie er dieses Gänsehaut-Feeling erzeugt. Denn durch die grandiosen Figuren in „Der Cartoonist“, hat der Leser das Gefühl, immer tiefer in die Geschichte hinein tauchen, hautnah dabei zu sein und förmlich in der in ihr zu leben.
Was mir nur nach wie vor ein Rätsel ist, warum es Sean Costello hat so ruhig angehen lassen, er kann es doch besser, viel viel besser.

 
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