Rezension: (Cody MCFadyen / Der Menschemacher)

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Kurzbeschreibung:

David lebt mit zwei anderen Kindern bei einem Mann, den sie Vater nennen. Der Mann hält sie gefangen und stellt ihnen unmögliche Prüfungen, an denen sie wachsen sollen - "evolvieren", wie er sagt. Wenn sie versagen, wird Vater sehr böse. Oft benutzt er einen Gürtel, manchmal eine Zigarette. Den Kinder bleibt keine Wahl: Wenn sie überleben wollen, müssen sie Vater töten. Zwanzig Jahre später. David ist ein erfolgreicher Autor. Doch noch immer träumt er jede Nacht von dem schrecklichen Mord, den sie begangen haben. Eines Tages erhält er einen Brief mit einem einzigen Wort: Evolviere. Vater ist vielleicht doch nicht tot. Die Vergangenheit kehrt zurück. Und mit ihr eine schreckliche Wahrheit.

Meine Rezension:

Als erstes möchte ich kurz auf den Klappentext eingehen, den man von Seiten des Verlags - vom Inhalt her - vielversprechender hätte nicht schreiben können. Er schreit förmlich, „pack mich und lies mich“. Nur haben sie leider die Rechnung, gerade gegen Ende hin, ohne den Wirt gemacht. Denn was so stark beginnt, das Wort Highlight wie ein Spruchband an einem vorüberzieht, entwickelt sich gegen Ende in Richtung „totaler Dummsinn“.

Wie schon aus dem Klappentext zu entnehmen, sind die drei Figuren (Allison, Charlie & David – es sind Waisen) von ein und demselben Mann - einem unglaublich brutalen Tyrannen (Robert Gray-Polizist und Vietnam Veteran) - adoptiert worden, und der Ausdruck "häusliche Gewalt" bekommt eine neue Bedeutung.

Die Story spielt im hier und jetzt, und jede der drei Figuren bekommt ihren eigenen Erzählstrang, bei denen man unglaublich viel über die sie erfährt, wie sie jetzt leben und was aus ihnen geworden ist. Ein wahrer Strom an Input steht bereit, wartet nur darauf aufgesaugt zu werden, und MCFadyen benutzt die Worte so geschickt, dass man dadurch die Bilder klar und deutlich vor Augen sieht, fast wie ein Film, der im inneren Auge vorüber zieht. Aufgrund dessen haben sie mehr Tiefgang als ein Luxusliner und einen höheren Wiedererkennungswert als so mancher Politiker. Zwischenzeitliche Rückblenden in die Zeit der Gefangenschaft ermöglichen es dem Leser, sich so ungefähr ein Bild davon zu machen, was diese armen Geschöpfe an grausamer Pein und brutalster Gewalt erleiden mussten – angefangen ab dem 6-, bis hin zum 16. Lebensjahr. Die Gewalt, der tägliche Terror wird so beklemmend geschildert, dass es einen erstarren lässt. Alles ist so extrem emotional und herzerweichend, dass es heftigst auf die Tränendrüsen drückt.

Gerade zu Beginn des Romans – speziell in dem Teil, in dem die jüngsten Tage Davids geschildert werden - hat man das Gefühl, dass hier etwas ganz großes am Start ist, etwas richtig Gutes auf einen wartet, das hier nur verharrt, um verschlungen – inhaliert zu werden. Das von ihm gewählte Thema ist ja nun auch eines, an dem man sich schneller die Finger verbrennt, als an einer glühenden Kippe, und bei jedem Leser automatisch ein Schaudern hervorruft. Aber nun kommt das schon oben erwähnte – das Thema mit der Rechnung.

Ich weiß nicht was geschehen ist, wie er so mir nichts dir nichts von seinem doch so sicheren Weg abkommen konnte, und die Story so dermaßen mit Vollgas - ohne Anschnallgurt und Airbag - gegen den nächst besten Baum krachen lassen konnte. Und als sie schon um den Baum gewickelt war, auch noch mit Füßen nachgetreten hat. Warum ist er nicht auf seinem Pfad geblieben, es war doch so vielversprechend. Warum lässt er seine Schilderungen, seine Erklärungen – die dem Leser schlussendlich Aufschluss nach dem wieso und warum des ganzen geben sollten, so ins absurde - ins absolut Unglaubhafte abdriften? Ohne zu Spoilern, und somit zu viel von der Story zu verraten, kann ich hier nicht ins Detail gehen, von daher unterlasse ich es. Jedenfalls wirkt es irgendwann so dermaßen überzogen und unglaublich haarsträubend, dass es schon fast lächerlich wird. Ein normales, glaubhaftes Ende zu schaffen, wäre aufgrund des Potentials sicherlich möglich gewesen, und hätte somit einen bleidenden Eindruck beim Leser hinterlassen.

Mein Fazit:“ Ich ärgere mich ein bisschen über die aufgewandte Zeit, verschwendete Zeit ist vielleicht zu hart ausgedrückt, aber was für ein klasse Thriller hätte es werden können – vor allem mit solchen einem packenden Thema – wenn wenn wenn…“ So reicht es nach meinem Empfinden nur für drei Sterne, wobei es hätten spielend fünf werden können."

 
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