Rezension: (Ben Tripp / Infektion)

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Kurzbeschreibung:

Forest Peak, eine beschauliche Kleinstadt in der Nähe von L. A.: Mit dem Chaos am Nationalfeiertag und dem Verschwinden ihrer kleinen Schwester hat Sheriff Danielle Adelman eigentlich schon mehr als genug zu tun. Doch dann wird ihre Heimatstadt von einer Horde panischer Flüchtlinge überrannt, die an einer mysteriösen Krankheit leiden. Schnell erkennt Danielle, dass die Seuche nicht nur für die Bevölkerung von Forest Peak eine Bedrohung darstellt, doch als sie das ganze Ausmaß der Gefahr begreift, ist es schon fast zu spät: Die Apokalypse hat bereits begonnen

Meine Rezension:

In diesem Fall ist der Ausspruch wirklich mehr als treffend, denn Masse bedeutet nicht immer gleich klasse. Wenn ein Autor versucht seine Leser mit einem Roman von über 600 Seiten zu fesseln, ihn zu durchweg zu unterhalten, dann setzt das schon ein gewisses Talent voraus. In diesem Roman muss ich es dem Autor leider absprechen, denn „Infektion“ glänzt eigentlich nur durch Langeweile und plätschert trist vor sich hin. Ein großes Problem dabei war der Versuch einer Kombination aus einer Art Familiendrama und Zombieroman, was natürlich auch funktioniert, siehe z.B Keene, Paffenroth, Wellington oder Moody, in diesem Fall aber scheiterte.
Hinzu kommt eine Hauptfigur, bei der selbst Arnold Schwarzenegger in Terminator in Sachen Wegstecken von Schmerzen blass geworden wäre und die im Verhalten eher dem Lone Ranger ähnelt, als einem Sheriff einer Kleinstadt – meines Erachtens nicht gerade vorteilhaft.

Nach ca. einem Viertel des Romans kommt kurzeitig so etwas wie Tempo auf, nur leider verrennt sich Ben Tripp dabei, so dass eine Figur sogar an zwei Schauplätzen gleichzeitig anzutreffen ist, und man nur noch mit einem Kopfschütteln zurück bleibt. Aber auch das in den Genuss von Tempo zu kommen, ist nur ein kurzes Strohfeuer, denn schon nach kurzer Zeit ist dieses wieder erloschen und der Roman trottet im gewohnt langsamen Gang voran.

Was ich aber auf keinen Fall lesen möchte ist, dass Figuren nicht wahrhaben wollen, dass es sich um Zombies handelt, obwohl sie alle Merkmale aufweisen, nämlich tot sind, wieder auferstehen und plötzlich leblos umherwandeln…..Okay, nach vielen Seiten haben sie es ja dann verstanden. Aber was soll das, will Ben Tripp seine Figuren für dumm verkaufen, ihnen ihre Intelligenz absprechen? Ein weiteres Problem ist die stellenweise grausame Übersetzung, in der einige Sätze so verschachtelt wurden, dass sie vollständig den Sinn verloren und man am Ende angekommen nicht mehr wusste, worum um es eigentlich ging.

Warum tut sich ein Autor das alles an, warum will er einen Zombieroman mit einer Art Familiendrama kombinieren? Warum beschränkt er sich nicht nur auf eine Baustelle, lässt dort sein ganzes Geschick einfließen, packt den Leser dann am Kragen und reißt ihn mit einem Pageturner förmlich aus dem Hemd. Das ganze vielleicht noch auf gut gemeinte 400 Seiten reduziert, und schon sind alle glücklich und zufrieden. Wenn ich einen Zombieroman lese, dann erwarte ich ein Feuerwerk das abgebrannt wird, eine Blutspur die sich von der ersten bis zur letzten Seite durch das Buch zieht und eine Story, die mich den Roman kaum noch aus der Hand legen lässt.

Alles in allem ist „Infektion“ ein Roman, den man nicht wirklich braucht, und wer Zombieromane mag, sollte sich vielleicht besser an die oben genannten Schriftsteller halten. Sein Untergang war, dass er einfach zu viel wollte und es im Enddefekt weder Fisch noch Fleisch wurde.

 
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