Rezension: (Graham Masterton / Das Insekt)

Kurzbeschreibung:
Das Böse hat einen Namen Bonnie Winters Job ist es, die Spuren von Morden und Gewalttaten zu beseitigen – sie macht die Stätten des
Grauens wieder bewohnbar. Der allgegenwärtige Tod belastet ihre Familie, aber Bonnie bleibt gelassen – bis sie an einem Tatort eine
seltene Raupenart findet und aus ihrem »Job« ein Horrortrip wird.
Meine Rezension:
„Das Insekt“ ist in jedem Fall nicht mit „der Ausgestossene“, oder „die Opferung“ zu vergleichen. Das Insekt erschien ja einige
Jahre nach „der Ausgestossene“ und „der Opferung“ und schon relativ früh beschlich einen das Gefühl, dass Masterton mal etwas
anderes ausprobieren wollte und dabei war, einen anderen Weg einzuschlagen, vom Inhalt her und auch so wie er schreibt. Herausgekommen
ist ein für ihn etwas untypisches Werk, denn es ist kein richtiger Horror-Roman, sondern eher eine Mischung aus phantastischer Thriller
und Familiendrama. Natürlich fehlt auch hier weder ein Dämon, noch der übersinnliche Part und eine gewisse Portion Brutalität ist auch
vorhanden. Ich will es auch nicht herunterspielen, aber wie gesagt, es ist kein Vergleich zu „der Opferung“, es ist nicht so aufreibend und auch nicht
so beängstigend. Der Schreibstiel erinnert ein bisschen an Joy Fielding, und wenn ich an das Insekt denke, denke ich zwangsläufig an die weiblichen
Hauptfiguren in Fieldings Werken, und die haben einiges gemein und man mag sie von Anfang an. Das Insekt ist Frauenpower pur und Bonnie, so heißt sie,
hat die Power, die ein weiblicher Hauptcharakter braucht, um zu gemocht zu werden. Ich fand es auch nicht übermäßig spannend und die Haare stellten sich
auch nicht auf, aber irgendwie ließ sich dieser Roman super schnell lesen und ehe man sich versah, hatte man auch schon die letzte Seite erreicht, was
aber nicht nur an der geringen Seitenzahl (leider nur 256) lag. Es ist nicht der Burner, bei dem ich jetzt sagen würde: „Wow, was für ein Knaller,
aber das Insekt ist die perfekte Erholung, leichtere Kost, die man sich vielleicht nach einem Horror-Schocker oder einem packenden Thriller gönnen
möchte, bevor man sich in den nächsten Abgrund stürzt.
Viele werden jetzt vielleicht wieder mosern und sagen: „Pah, das ist doch kein Masterton, viel zu öde und das Buch hat viel zu
wenig Seiten.“ Okay, das mag ja stimmen und dennoch hat es mir wirklich gut gefallen, weil ich vielleicht auch nichts von dem
Buch erwartet hatte. Ich las die nicht wirklich guten Rezensionen bei Amazon und dachte mir: „Bilde dir deine eigene Meinung und
lese es“. Und noch etwas, das Buch gibt es nicht mehr als Neuware zu kaufen, aber es ist super günstig in einigen Auktionshäusern
zu bekommen. Ich bin froh, diese 2 Euro investiert zu haben.
Zum Inhalt: Bonnie Winters hat zwei Jobs um ihre Familie zu ernähren, da ihr Mann arbeitslos ist. Sie arbeitet nebenbei in einer Kosmetik
Firma und hat ihre eigene Tatortreinigungs-Firma, man könnte es auch „Cleanteam“ nennen. Ihre Aufgabe ist es, die Hinterlassenschaften
der Verstorbenen von den Wänden, Fussböden und sonstigen Einrichtungsgenständen zu entfernen. Sie liebt ihren Job, denn für sie ist es
eine ganz normale Dienstleistung, nicht mehr und nicht weniger. Bis sie eines Tages beim Reinigen eines Tatortes ein Kokon eines Falters
entdeckt. Sie denkt sich nichts dabei, bis sie an einem weiteren Tatort eine Raupe findet, die zu der gleichen Falterart gehört. Aber
nicht nur die Falter beschäftigen Bonnie, sondern auch die Morde, denn es sind alles Familiendramen, bei denen die Opfer von ihren Mördern
abgöttisch geliebt worden. Was hat das alles zu bedeuten, warum tötet man einen- oder mehrere Menschen die man liebt, und was haben die Falter mit
den Morden zu tun?
