Rezension: (Dean koontz / Blindwütig)

Kurzbeschreibung:
Der Bestsellerautor Cubby Greenwich erhält eine vernichtende Rezension für sein neuestes Werk. Entgegen allen Warnungen sucht er eine Begegnung mit dem Kritiker, Shearman Waxx. Was er nicht weiß: Waxx ist ein sadistischer Psychopath – und er wird von nun an alles daransetzen, Cubbys Leben auszulöschen.
Meine Rezension:
Ich denke was diesen Roman in erster Linie auszeichnet, ist nicht unbedingt die Story, sondern vielmehr die Dialoge der drei Hauptfiguren (Die Eltern Cubby und Penny & Sohn Milo), die extrem humorvoll und vor allem sprachlich ein absoluter Genus sind. Dean Koontz hat in „Blindwütig“ Figuren aus dem Ärmel geschüttelt, die einen unglaublich hohen Spaßfaktor inne haben, und einem ein Dauergrinsen bescheren, zumindest in den Dialogen untereinander. Der überaus hochbegabte 6 jährige Junior Milo und sein Hund Lassie, sind in Sachen Spaßfaktor – sei es sprachlich, oder durch ihre Handlungen - nicht zu toppen, und das trotz der eigentlich traurigen und boshaften Story.
Ein weiterer Pluspunkt ist, dass er die Geschichte – das Geschehene - als Rückblick von Cubby in der „Ich“ Form erzählen lässt, was dem Leser einen Hauch von Nähe vermittelt.
Die Story an sich ist relativ flach gehalten – die Spannungsspitzen ähneln eher einer Buckelpiste als einem steilen Anstieg hinauf zum Gipfel - und wirkt phasenweise doch sehr an den Haaren herbeigezogen. Die Komponente „Realismus“ bleibt in „Blinwütig“ in weiten Teilen auf der Strecke, so als hätte es Koontz ihr verboten – sie in einem stillen Kämmerlein eingeschlossen und den Schlüssel weggeworfen - ihren Part in diesem Roman einzunehmen.
Der Faktor Spannung kommt aufgrund der - um es gemein auszudrücken - streckenweise müden Geschichte kaum zum Tragen, ABER trotz der ganzen aufgezählten Schwächen, macht es wirklich Spaß die Geschichte zu lesen, um zu erfahren was aus den drei Hauptcharakteren wird. Spätestens jetzt zahlt sich das glückliche Händchen mit den Figuren aus,
denn ansonsten wäre der Roman vielleicht bei dem ein oder anderen Leser schnell in der nächst besten Ecke oder Schublade verschwunden, abgebrochen versteht sich. Was dem Roman neben den Figuren noch sehr gut tut, sind die zum größten Teil einfachen, und auf den Punkt gebrachten kurzen Sätze, wodurch ein sehr hohes Lesetempo entsteht, und dem Leser so einen leichten Hauch von Road-Movie vermittelt.
Was sehr auffällig ist, und das meine ich positiv, ist das Fehlen der sonst typischen Koontz-Merkmale, wie das überaus großzügige Beschreiben einer Szenerie, einer Handlung oder der Figuren – dass es des Öfteren schon ins Nervige abdriftete. So bleibt das Hauptaugenmerk auf die Geschehnisse und die Figuren gerichtet, und nicht auf die bis ins kleinste Detail beschriebenen
Nichtigkeiten - für mich persönlich, ein Tempo-Killer sondergleichen.
Mein Fazit: “Aufgrund der gut gelungenen-, extrem humorvollen Figuren, gerät die recht flache Story schnell ein Stück weit in den Hintergrund, fast so, als handelt es sich bei ihr um ein Nebenprodukt, welches nun einmal dazugehört. Der Fokus liegt ganz klar auf den Erzählungen von Cubby und den Dialogen der Hauptcharaktere - die sind es, die diesen Roman lesenswert machen - und retten ihn somit vor der Versenkung. Sie sind es auch, die dem Werk noch zu knappen 4 Sternen auf der Bewertungsskala verhelfen.“
