Rezension: (Brett McBean / Die Mutter)

CSS Template
CSS Template

Kurzbeschreibung:

Sie steht seit vielen Monaten am Rande des dröhnenden Highways und fährt per Anhalter. Längst hat sie vergessen, wer sie ist, woher sie kam, denn sie lebt nur noch, um den Mörder ihrer Tochter Rebecca zu finden. Per Handy konnte Rebecca ihr noch einen einzigen Hinweis geben: Auf dem linken Arm trägt der Mann ein Tattoo, auf dem ›Stirb Mutter‹ steht. Jeder der anhält, könnte der Killer sein – oder jemand noch viel Schlimmeres …

»Alles, was ich weiß, ist, dass ich ihn immer noch nicht gefunden habe, auch wenn ich schon ein paar Mal glaubte, ich hätte ihn. Ich habe so viele Geschichten über mein Leben erfunden, dass ich gar nicht mehr weiß, was real ist und was nicht. Für mich ist nur real, dass meine Tochter nicht mehr lebt und dass der Mann, der sie umgebracht hat, immer noch irgendwo da draußen ist. Und ich werde ihn finden.«

Meine Rezension:

Die Mutter enthält alle typischen Merkmale eines Thrillers, Tempo, Aktion und Spannung. Brett McBean hat es perfekt verstanden den Leser in seinen Bann zu ziehen, ihn förmlich in dem Sessel, dem Sofa oder wo auch immer gefangen zu halten. Es ist nicht das Buch was einem auf die Brust drückt, denn 400 Seiten sind ja nicht so schwer, vielmehr ist es die Story, die einem wie ein Betonklotz erdrückend auf dem Oberkörper ruht. Die Spannung liegt durchweg bei 100% und es ist vielleicht für manches Herz zu viel, denn der Puls arbeitet nicht eine Seite lang im Ruhemodus. Was das Tempo angeht, ist es mit einem Steigerungslauf zu vergleichen, der von Seite zu Seite immer intensiver wird, je mehr man auf das Ende zusteuert. Regenerationsphasen / Erholungsphasen sind Fremdwörter, die McBean aus seinem Wortschatz und Gedächtnis verbannt hat und sie deshalb auch hier keine Verwendung finden. Fingernägel kauen, Gänsehaut und nasse Hände gehören zu „Die Mutter“, wie das Zähneputzen am Morgen und Abend. Langeweile findet man in der Tageszeitung und im TV Programm, aber nicht in diesem Schocker.
Die Story ähnelt einem Roadmovie, denn auch „Die Mutter“ ist auf eine gewisse Art und Weise auf der Suche nach Freiheit, aber die Freiheit wird sie erst erleben können, nachdem sie Rache genommen- und den Mörder ihrer Tochter zur Strecke gebracht hat. Da dieses Buch nun mal auf einem Highway spielt, benötigt es natürlich auch eine Menge Figuren, denn die Mutter ist ja nicht allein auf weiter Flur. Das war eigentlich meine größte Sorge, denn oftmals sorgen zu viele überflüssige Charaktere für das reinste Chaos, die Story gleitet einem aus der Hand und sie wird zur Nebensache, da man nur noch mit den Eigenarten und dem Dasein der Figuren beschäftigt ist. Dieses Problem hat McBean hervorragend gelöst, in dem er alle Charaktere, mit denen „Die Mutter“ in der Story zu tun hat, aktiv in das Geschehen einbindet und Jedem seine eigene kaputte und kranke Geschichte erzählen läßt. So sind sie nicht nur Randfiguren, sondern sind ein Puzzlestück des großen Ganzen. Sie tragen dazu bei, dass „Die Mutter“ das wird was sie ist, ein unglaublich komplexer Psychothriller.

Nach einer nicht unbedingt glücklichen Kindheit, dem daraus resultierenden Ausbruch aus der Familie, mit einem Mann, den sie eigentlich nicht liebt und das schwanger werden durch diesen, reißt die Mutter zum zweiten Mal aus, kehrt dem Chaos erneut den Rücken und verschwindet. Sie meistert die schwere Zeit, die Zeit der Entbehrungen und baut sich zusammen mit Tochter Rebecca, Stück für Stück ihre neue Welt auf. Sie sind mehr wie beste Freundinnen, als Mutter und Tochter und teilen alle ihre Probleme und Freuden. Im Laufe der Jahre wächst der Drang in Rebecca ihren Vater kennenzulernen und auch die Mutter kann sie nicht davon abhalten. Eines Morgens ist Rebecca verschwunden, getrampt mit einem Fremden in Richtung des Vaters. Sie hinterläßt eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter und 3 Tage später wird ihre Leiche an einem See gefunden. Alles stürzt wie ein Kartenhaus zusammen und sie fühlt sich schuldig, weil sie ihre Tochter nicht aufgehalten hat. Für sie gibt es nur noch einen Weg, den Mörder selbst zu suchen und zu finden. Ihre einzige Spur ist das Tattoo, dass Rebecca auf dem AB erwähnte. Sie läßt ihr Leben hinter sich, schließt mit allem ab und macht sich auf die Jagd nach Mann mit dem Tattoo. Der Highway wird ihre neue Heimat, denn da erhofft sie sich ihn zu finden. Nur leider ist er nicht der einzige Kranke, der auf den Straßen unterwegs ist, und das wird die Mutter schon bald bitter zu spüren bekommen.

 
css template ad