Rezension: (Sophie Hannah / Nimmermehr)

Kurzbeschreibung:
Nie wieder.Nie wieder will Sally ihren Mann betrügen. Nie wieder die quengelnden Kinder als Last empfinden, wenn sie, aufgerieben vom Job, nach Hause kommt. Vorausgesetzt, dass sie ihre geliebte Familie je wiedersieht.Sally glaubt nicht mehr daran. Denn sie ist in der Gewalt eines Wahnsinnigen. Er hat gemordet und wird wieder morden. Und er verfolgt einen monströsen Plan ...
Meine Rezension:
Ohne große Umschweife und ohne lange Reden zu schwingen, „Nimmermehr“ ist für mich der Thriller des Jahres 2010, und hat so noch einige andere Kandidaten, kurz vor Jahresende auf der Zielgeraden überholt. Sophie Hannah ist mit diesem Werk der “Wurf“ schlechthin gelungen. „Nimmermehr“ überzeugt sowohl in Sachen Sprache, Satzaufbau, bei der Umsetzung der Idee, Tempo und Spannung. Sie schafft es mit nur ganz wenig Gewalt, aber mit extremer Spannung und einer kniffligen Story, den Leser zu fesseln und Sally, die Hauptfigur, sowie auch die anderen Charaktere durch diesen Roman zu begleiten. Die Story geht von Anfang an los wie die Feuerwehr, wie eine Tüte Mücken im Sommer. Sally zeigt sofort ihr wahres Gesicht, Workaholic, kinderlieb und unter Hochspannung stehend. Mit Sally hat sie eine völlig authentische Figur geschaffen, die mit ihrem Mann und den zwei Kindern bei jedem von uns in der Nachbarschaft leben könnte. Sie steht aufgrund der zwei Kleinen und des Jobs pausenlos unter Strom, welche Frau könnte das nicht nachvollziehen. Wenn es ein Autor schafft, dem Leser ein Stück Glaubwürdigkeit in die heimischen vier Wände zu tragen, dann ist das die halbe Miete und er befindet mehr als nur auf dem richtigen Weg, oder in diesem Fall „sie“. Sophie Hannah lässt Sally die Geschichte in der „ich“ Form erzählen, und die Ermittler und die anderen Figuren treten in der dritten Person auf, eine in meinen Augen perfekt gelungene Mischung. Natürlich ist es nicht nur Sally, die diesen Roman zu einem absoluten Highlight macht, sondern auch die anderen Figuren, die alle ihren Teil zu diesem Lesegenuss beitragen und nicht zuletzt die Story selbst. Die Idee ist wirklich großartig und dazu auch noch perfekt umgesetzt. Immer wieder wirft sie dem Leser kleine Brotkrumen als Hinweise vor die Füße, aber dennoch tappt er im Dunkeln, überlegt hin und her, reimt sich hier ein Stück zusammen, gräbt dort ein bisschen aus, aber passen tut nichts. Die Geschichte hat mehr Wendungen als ein Knäuel Wolle, und die Fäden laufen erst ganz am Ende zusammen, erst da wird aus dem Puzzle ein Ganzes. Auf die Leser wartet ein Psychothriller der Extraklasse, der mit den großen Werken von Joy Fielding mithalten kann.
Um was geht es in Nimmermehr. Sally hat vor einem Jahr in einem Urlaub, den sie allein verbracht hat, einen Mann kennengelernt, der angeblich aus ihrer Nachbarschaft kommt, und ihren Mann mit dem Fremden betrogen. Über 1 Jahr später überschlagen sich die Ereignisse in Sallys Leben. Erst wird sie vor einen Bus gestoßen, wird von einem Wagen verfolgt und als sie später daheim in den Nachrichten sieht, dass eine Frau, die ihr zum Verwechseln ähnlich sieht, ihr Tochter und anschließend sich selbst umgebracht hat, ist sie mehr als nur geschockt. Als aber auch noch ein Interview im TV läuft, in dem der Ehemann zu sehen ist, bekommt sie Panik, denn der Man scheint nicht der zu sein, als der er sich ausgibt. Er hat den gleichen Namen wie der Mann, mit dem sie im Urlaub zusammen war, nur sieht dieser ganz anders aus….Was geschieht hier, wer spielt falsch und was hat das alles zu bedeuten? Sallys Leben gerät in Gefahr.
