Rezension: (Dean Koontz / Racheherz)

Kurzbeschreibung:
Innerhalb von nur 24 Stunden erleidet Ryan Perry zwei schreckliche Herzattacken. Wurde er vergiftet? Oder leidet er an einer tödlichen Krankheit? Jedenfalls scheint seine einzige Rettung eine Herztransplantation zu sein. Ryan ahnt nicht, dass der wahre Alptraum damit erst beginnt ...
Meine Rezension:
Racheherz ist für mich wirklich eines seiner langatmigsten Bücher überhaupt, und ich habe schon einige von ihm gelesen um das auch behaupten zu können. Ein typisches Merkmal für einen Thriller ist ja nun mal die Spannung, die nicht nur in kurzen Passagen, sondern fast während des gesamten Handlungsverlaufs vorhanden sein soll. Leider ist Racheherz nicht spannend, zumindest nicht vor Seite 315. Ab da nimmt die Story dann an Fahrt auf und entwickelt sich zu einem richtigen Thriller, mit allem was ich als Leser von solch einem Roman erwarte. Ab da an hat es auch richtig Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Warum aber haucht er diesem Roman erst so spät diese typischen Eigenschaften eines Thrillers ein? Wollte er den Leser in Sicherheit wiegen, oder vielleicht in den Schlaf lullen? Wenn ein Thriller aber nur 100 Seiten lang die charakteristischen Merkmale eines solchen aufweisen kann, dann ist das natürlich viel zu wenig.
Wenn ich die Spannung bis Seite 315 auf einer Skala mit Wärme und Kälte vergleiche, gebe ich 100 Grad für TOP, und bei Racheherz pendelt es sich bei den im Moment herrschenden Temperaturen ein, in etwa um 0 Grad. Jeder Koontz-Leser weiß, dass er ein Verfechter der detaillierten Beschreibungen von Charakteren und Schauplätzen ist. So weit so gut, auch ich liebe es etwas ausführlicher, um mich besser in die jeweilige Figur oder die Umgebung hineinversetzen zu können. Aber man kann es auch übertreiben, und in diesem speziellen Fall hat er es übertrieben. Racheherz besteht aus 415 Seiten und er wäre im Normalfall locker mit 300 ausgekommen. Es reicht ihm zum Beispiel nicht aus, einfach nur zu schreiben, dass es draussen grau ist und wohl bald anfangen wird zu regnen. Nein, solch eine Szene wird bis ins Kleinste ausgeschlachtet und endlos darauf herumgeritten. Das Augenmerk liegt zu sehr auf, ich sage es mal vorsichtig, Nichtigkeiten und nicht auf der Story, um ihr ein gewisses Maß an Tempo, Action und Spannung einzuhauchen. Ein weiteres Manko sind die teilweise extrem langen Schachtelsätze, die einem Buch zusätzlich jegliches Tempo nehmen und den Lesespaß ausbremsen. Wenn ich am Ende eines Satzes angelangt bin und ich nicht mehr weiß was am Anfang stand, dann war er entweder zu lang, oder ich bin nicht fähig mir einen Satz zu merken und letzteres bezweifele ich mal. Für mich war es jedenfalls erst mal das letzte Werk von Dean Koontz und ich hoffe, dass irgendwann mal wieder etwas Packendes erscheint, denn er kann mehr, viel viel mehr.
