Rezension: (Jon Osborne / Töte mich)

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Kurzbeschreibung:

Sei bereit. Sei schnell. Sei gnadenlos. Nathan Stiedowe hat einen Plan: Er will der perfekte Killer sein. Seine Vorbilder sind Meister ihres Fachs, kaltblütige Monster wie Charles Manson. Nathan ahmt ihre Taten nach und begeht die grausamsten Morde der Geschichte ein zweites Mal, jedoch ohne die Fehler zu machen, derentwegen seine Idole geschnappt wurden. Sein Meisterwerk soll eine Frau werden, die ihm vor vielen Jahren entkommen ist. Sie ist ein schwieriges Ziel, denn ihr Job ist es, Serienkiller zur Strecke zu bringen. Die FBI-Agentin Dana Whitestone steht in einer Blutlache. Vor ihr liegt der aufgeschlitzte Torso eines Mädchens. Der Cleveland-Slasher hat wieder zugeschlagen. Dieser Teufel ist der beste Killer, der Dana in ihrer Karriere begegnet ist, und Dana ist schon lange im Geschäft. Als junges Mädchen musste Dana mitansehen, wie ein Serienmörder ihre Eltern tötete. Die Jagd nach diesen Bestien wurde zu ihrem Lebensinhalt, und die Opfer besuchen Dana in ihren Träumen. Nur der Alkohol lässt ihre Schreie verstummen. Das Einzige, auf das sich Dana verlassen kann, ist ihr Jagdinstinkt. Und dieser Instinkt verheißt nichts Gutes. Denn der Killer hat jedem seiner Opfer einen Plastikbuchstaben in die Bauchhöhle eingenäht. Zusammengefügt ergeben sie ein Wort: D A N A

Meine Rezension:

Eines kurz vorweg. Natürlich ist „realistisch“ was anderes, und natürlich tauchen in jedem Thriller Situation und Passagen auf, in denen man immer mal den Kopf schütteln kann, weil einiges vielleicht doch ein Stück weit hergeholt ist und die Figuren im wahren Leben nie so handeln würden. Ich denke die Leser und Fans der „Crime Fiction Szene“ wissen das, und deshalb sollte auch nicht alles zu hoch gehängt werden und auf jeder kleinen Unstimmigkeit herumgeritten werden. Es ist einfach die Art von Literatur, die den Leser mitnehmen soll, ihn in die Welt der „Kranken“ entführen und ihn unterhalten soll. Es ist nicht mehr und nicht weniger, und so soll es auch bleiben.

Was mir gleich vom Klappentext-, oder vielmehr vom Text auf der Innenseite des Romans zugesagt hat, war, dass jemand (die Figur Nathan Stiedowe) mehrere Serientäter nachahmt. Er diese aber nicht nur nachahmt, sondern die Fehler, die sie ursprünglich begonnen haben und daraufhin gefasst worden, nicht begeht und somit nach Perfektion strebt. Ich fand die Idee wirklich originell, und sie ist im Thriller-Genre auch nicht alltäglich.
Aufgrund dessen musste ich dieses Buch einfach lesen, musste einfach sehen wie er diese Idee zu Papier gebracht hat und es schaffen wollte, mich mit dieser Story zu fesseln. Im nachhinein kann ich nur sagen, er hat einen guten Job abgeliefert, denn „Töte mich“ ist durchweg spannend und absolut mitreißend. Schon nach kurzer Seitenzahl hatte Jon Osborne mich in seinen Bann gezogen, mich förmlich dazu gezwungen, die Druckerschwärze aus dem Papier zu saugen, um so die ganze Geschichte zu verinnerlichen. Die Augen huschten über das Papier, verfolgten jede einzelne Zeile, während die Lippen nicht einen Augenblick still standen. „Töte mich „ ist eine klassische Hetzjagd von Mord zu Mord, und natürlich auch eine Jagd gegen die Zeit. Jon Osborne hat sich gleich mit seinem ersten Roman in die Ecke der Autoren gestellt, die das Schreiben harter Thriller für sich beanspruchen. Osbornes Schauplätze gleichen einem Schlachthaus, einem Ort, an dem der Teufel persönlich gewütet haben muss, um solch eine Zerstörung zu hinterlassen. Seine Taten sind überaus grausam und sehr detailliert geschildert, so dass man sich doch das ein oder andere Mal die Frage stellt, wie weit wird er noch gehen? Hier sei noch angemerkt, dass es bei so viel Blut mit Sicherheit nicht jeden mitreißen wird, und vielleicht hätte er an der einen oder anderen Stelle mit dem roten Lebenselixier etwas bedachter umgehen können.

Die Figuren (speziell natürlich beiden Hauptfiguren Dana & Nathan) haben eine sehr gut geschilderte Vergangenheit, und auch in der Gegenwart sind sie sehr farbenfroh. Osborne hat sich große Mühe gegeben, seinen Charakteren so viel Farbe zu verpassen, dass sie sich ohne Probleme in das Gedächtnis einprägen. Man ist somit bestens im Bilde, wie sie zum Beispiel aufgewachsen sind und was sie erlebt- und durchgemacht haben. Was aber fehlt, und ich mache es dem Autor auch nicht zum Vorwurf, ist der Bezug zu den Figuren, der hier nicht richtig zu Stande kommt. Das Verrückte dabei aber ist, dass ich mir erst nach Beendigung des Romans darüber bewusst geworden bin, denn im Normalfall ist es ja so, dass man sich auf eine der zahlreichen Figuren in einem Roman „einschießt“, mit der man dann die Geschichte durchlebt. Vielleicht liegt es an der Spannung und dem hohen Tempo, dass es in diesem Fall nicht so ist, aber die Menge an Gewalt trägt auf jedem Fall ihren Teil dazu bei, dass das Hauptaugenmerk auf den Taten liegt und man sich vielleicht so mehr Gedanken um die Verbrechen macht. Ich empfand das auch als nicht negativ, vielmehr war es einfach so

Auch wenn ich oben die Meinung vertrete, dass man nicht alles zu eng sehen sollte, müssen die elementaren Dinge schon passen. Was mir deshalb nicht so gut gefallen hat ist die Tatsache, dass er sich im Bezug auf Spuren an den Tatorten zu wenig Gedanken gemacht hat. Gerade im Zeitalter der ganzen TV Serien (man muss sie nicht gucken, aber sie laufen nun mal), die sich mit diesem Thema beschäftigen, hätte er wissen müssen, dass es so nicht funktioniert, und man so dem Täter wohl recht schnell auf die Schliche gekommen wäre.

"Töte mich" ist auf jeden Fall ein Roman, den sich hartgesottene Fans nicht entgehen lasse dürfen.

 
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